Herbstausflug 2026
Am Freitag, 25. September 2026, machten sich rund 60 Mitglieder des Gewerbevereins Gaiserwald auf den Weg zur Empa in St. Gallen. Viele wussten zwar, dass es die Empa gibt, was dort heute tatsächlich erforscht und entwickelt wird, dürfte für einige jedoch Neuland gewesen sein.
Bereits der einleitende Vortrag zeigte eindrücklich die Dimensionen der Forschungslandschaft, zu der die Empa gehört. Der ETH-Bereich umfasst die beiden Hochschulen ETH Zürich und EPFL sowie die vier Forschungsanstalten PSI, WSL, Empa und Eawag. Die Empa selbst beschäftigt rund 1’100 Mitarbeitende, davon über 600 Forschende, und arbeitet eng mit über 350 Partnern aus Wirtschaft und Industrie zusammen. Daraus ergeben sich aktuell um die 500 laufende Projekte.
Wer bei «Empa» noch an die frühere Eidgenössische Materialprüfungsanstalt denkt, wurde an diesem Abend eines Besseren belehrt. Aus der einstigen Prüfanstalt ist eine moderne Forschungsinstitution geworden, die neue Materialien und Technologien entwickelt und damit einen wichtigen Beitrag zu Innovation, Nachhaltigkeit und Wettbewerbsfähigkeit leistet. 70% aller weltweiten Innovationen basieren auf neuen Materialien.
Forschung, die unter die Haut geht
Besonders eindrücklich waren die Einblicke in den Forschungsschwerpunkt Gesundheit am Standort St. Gallen. Geforscht wird unter anderem an körperverträglichen Implantaten, neuen Möglichkeiten zur gezielten Medikamentenabgabe und intelligenten Materialien für die Wundheilung.
Was zunächst nach Zukunftsmusik klingt, wurde bei der Führung plötzlich sehr konkret: So werden beispielsweise «smarte» Pflaster und Fasern entwickelt, welche den Zustand einer Wunde erkennen können. Verändert sich etwa der pH-Wert, können entsprechende Materialien darauf reagieren und gezielt Wirkstoffe abgeben.
Nicht weniger faszinierend war der Besuch im Bereich der Faserforschung. Hier wurde deutlich, was möglich wird, wenn Materialwissenschaft, Physik und Chemie zusammenspielen. Gezeigt wurden hauchdünne, flexible Fasern, die Licht transportieren können, ohne beim Biegen zu brechen. Besonders verblüffend war eine Faser, die Umgebungslicht aufnehmen und innerhalb der Faser weiterleiten kann.
Die sehr kompetenten und engagierten Forschenden vermochten komplexe Themen verständlich und mit viel Begeisterung zu vermitteln. Die Führung machte eindrücklich sichtbar, in wie vielen Bereichen direkt vor unserer Haustüre an Technologien geforscht wird, die unseren Alltag und insbesondere die Medizin von morgen mitprägen könnten.
Geselliger Abschluss im Bistro im Kurt
Nach so viel Forschung und Zukunftstechnologie durfte selbstverständlich auch der gesellschaftliche Teil nicht fehlen. Beim anschliessenden Nachtessen im Bistro im Kurt blieb genügend Zeit, um die vielen Eindrücke zu diskutieren, bestehende Kontakte zu pflegen und sich «unter Gwerblern» auszutauschen.
Herzlichen Dank an die Verantwortlichen und Forschenden der Empa für den spannenden Einblick in ihre Arbeit und natürlich an alle Teilnehmenden für den schönen gemeinsamen Abend!